Über eine gute Freundin habe ich herausgefunden, dass es soetwas wie den Spieleclub Österreich gibt und dieser jeden Di und Do ab 18.00 Spieleabende in Wien veranstaltet. Bisher ging es sich irgendwie nie aus, aber gestern war es soweit. Rotentchen entdeckt das Spielen im GO7 auf der Mariahilferstraße. Es ist eigentlich eine kleine Wohnung die von einem GO Club genutzt wird und eben auch vom SpieleClub. Als Gast zahlt man drei Euro Eintritt pro Abend. Wenn man Mitglied ist, muss man nichts zahlen. Spiele gibt es dort oder man nimmt seine eigenen mit.
Die Menschen dort sind alle unglaublich nett und manchmal ein bisschen laut. Ich habe zwischen 18.00 und 23.00 vier Spiele gespielt, die ich alle vorher nicht kannte - höchstens vom Namen her.
Den Anfang machte Notre Dame. Hier wird je nach Spieleranzahl das Spielbrett erweitert. Dann zieht man jeweils drei Karten, sucht sich eine aus und gibt die anderen beiden weiter so ähnlich wie bei Seven Wonders, nur mit weniger Karten. Zwei dieser Karten werden dann ausgespielt um verschiedene Felder zu aktivieren, die entweder weitere Spielsteine, Geld, Siegpunkte bringen oder Rattenplagen entfernen oder eine Kutsche bewegen. Hat jeder seine zwei Karten ausgespielt, kann man eine von drei Personen bestechen, die am Anfang des Zugs aufgedeckt werden. Diese Personen bringen dann auch entweder Siegpunkte, Geld, Spielsteine oder man kann Spielsteine versetzen. Das ganze wird neun Runden lang gespielt und am Ende zählen die Siegpunkte und nichts anderes. Die Rattenplage breitet sich jede Runde aus, kann aber mit Hilfe von bestimmten Feldern eingedämmt werden. Wenn man zu viele Ratten hat, dann muss man Strafe zahlen und einen Spielstein abgeben. Das Spiel ist nett gemacht, auch wenn die Kutschen aussehen wie Igel auf Rädern. Es ist recht simpel, auch wenn man länger braucht um wirklich eine Strategie aufzubauen.
Als nächstes durfte Rotentchen das putzigste Spiel des Tages ausprobieren: Steampark. Man baut einen Prater für Roboter, verdient mit den Robotern Geld, muss versuchen viel Müll los zu werden und darf die Bahnen und Stände nur nach bestimmten Regeln anordnen. Das ganze Bauen passiert durch Würfeln, wobei man sechs Würfel hat und diese so lange würfeln kann, bis man hat, was man braucht. Allerdings würfeln alle anderen Spieler gleichzeitig und wer am schnellsten mit dem Würfeln fertig ist, bekommt Boni, wer als letztes kommt, bekommt Mali. Das Spielprinzip ist relativ simpel, wir haben bevor das Würfeln beginnt immer einige Zeit zum Nachdenken, was man eigentlich würfeln will und beim Auswerten der Würfel kann man sich so viel Zeit lassen wie man will. Das coolste am Spiel sind aber die Attraktionen, die man bauen kann. Sie sind so liebevoll gestaltet und einfach süß, cool und waaahhh. :-) Am Ende zählt das verdiente Geld und für übrigen Mist muss man zahlen.
Danach konnte ich endlich das Kennerspiel des letzten Jahres Istanbul ausprobieren. Man spiel einen Händler, der mit seinen Gehilfen durch die Stadt zieht und versucht Waren zu verkaufen und damit dann Edelsteine zu kaufen. Das Spiel ist nett gestaltet, es passt alles gut zusammen und ich habe ohne jeden Plan von dem Spiel fast gewonnen. Am Ende hat mir ein Zug und zwei Gold gefehlt für den Sieg. Man muss seine Spielzüge taktisch einsetzen, denn die zahl der Züge ist limitiert dadurch, dass man seine Gehilfen immer wieder ausstreut und ohne Gehilfen kann man nicht handeln. Am Anfang erscheint das Spiel relativ komplex, aber man kommt sehr schnell hinein und hat eine Menge Spaß.
Das letzte Spiel des Abends war Brügge. Hier baut man Häuser, lässt Personen einziehen, die besondere Fähigkeiten haben und kann zusätzlich Kanäle bauen oder im Rathaus aufsteigen. Gespielt wird, bis einer der beiden Nachziehstapel leer ist. Von jeweils fünf Handkarten werden vier ausgespielt und die letzte mit in die nächste Runde genommen. Die Karten können als Häuser oder Personen gespielt werden oder gegen Handlanger, Gold usw. eingetauscht werden. Außerdem wird gewürfelt und je nach Würfelzahl und Farbe bekommt man auch Plagen/Krisenplättchen, diese treten erst beim dritten Plättchen der gleichen Art ein. Auch hier ist das Spiel wieder sehr liebevoll gestaltet, vor allem die Personenkarten sind alle sehr individuell und nett anzuschauen. Die Handlager sehen aus wie kleine Glocken mit Beinen und die Sinnhaftigkeit des Kanals hat sich mir noch nicht ganz erschlossen, aber das soll mit der Erweiterung besser sein. Also wird das nächste Mal vielleicht mit Erweiterung gespielt. :-)
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| Brügge noch zu Beginn des Spiels. |
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| Origami Yoda entdeckt. |



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