Monday, 7 September 2015

Ars Electronica Festival und eine wunderbare menschliche Erfahrung

Am Samstag haben sich Rotentchen und Sally auf den Weg nach Linz gemacht, so wie es eigentlich jedes Jahr schon gewesen ist - letztes Jahr war eine Ausnahme. Grund für den Besuch in Linz ist das wunderbare Museum Ars Electronica bei dem sich Kunst und Technik verbindet. Diesmal war sogar Ars Elektronica Festival und Klangwolke und somit wurde das Sommerticket der ÖBB wieder herausgekramt und sich auf den Weg nach Linz gemacht. Und auf dem Weg nach Linz gab es schon die erste postive Überraschhung. 

Zurzeit haben wir in Österreich ja ein bisschen so etwas wie einen massiven Flüchtlingsstrom nach Deutschland und die ganzen Menschen müssen am Westbahnhof umsteigen um nach Salzburg, München oder Frankfurt zu kommen. Das wussten wir aber schon, bevor wir hingefahren sind und haben im Zug auch zwei Sitzplätze reserviert, damit wir nicht bis Linz stehen müssen. Am Bahnhof angekommen war zuerst überhaupt nichts von Menschenmassen zu sehen, erst auf den Bahnsteigen konnte man sich vorstellen, wie viele Menschen da gerade auf ihren Zug warten. Unser Zug sollte um 13.30 gehen, aber es gab da ein Problem. Der Zug, der um 12.30 fahren sollte, stand noch am Gleis und es sah nicht so aus, als würde er bald abfahren. Also haben wir gewartet, bis bei unserem Zug ein neues Gleis angeschrieben war und wollten dann auf den Bahnsteig gehen. Allerdings war der Bahnsteig von Polizisten abgesperrt. Wir konnten dann durch, weil wir eine Reservierung hatte und sind nach ganz vorne beim Bahnsteig gehetzt, weil wir im zweit-vordersten Wagon reserviert hatten. Am Bahnsteig selbst sind viele Leute ausgestiegen, sind einige Familien von Flüchtlingen noch am Boden gesessen und sind die Caritas mit Dolmetscher und Wasserflaschen herumgegangen. In unseren Zug wurde erstmal niemand hereingelassen, nur die Leute mit Reservierung. Dann kam die Durchsage von Schaffner, wir haben etwas Verspätung, aber das war ja schon abzusehen. Schließlich haben sie dann doch noch ein paar Flüchtlinge hereingelassen, allerdings war unser Zug bei weitem nicht so voll wie der Zug uns gegenüber. Der ist dann ca. fünf Minuten vor unserem abgefahren. Wir hatten ca. 25 min Verspätung. Später haben wir dann erfahren, dass sie nun nur noch gezielt soviele Leute reinlassen, dass der "normale" Bahnfahrer auch noch Platz hat. Nach etwas mehr als einer Stunde und umgeben von vielen schlafenden Flüchtlingen sind wir dann in Linz angekommen und dort haben wieder Menschen am Bahnhof gewartet, Essen verteilt und Decken und Hygieneartikel. Es war wunderschön anzusehen, wie viele Menschen helfen und wie gut dies alles funktioniert. 

Nun aber zu unserem Besuch in Linz. Zuerst ging es zum ehemaligen Postverteilungszentrum direkt neben dem Bahnhof in die Post City. Dort war ein Teil des Ars Electronica Festivals untergebracht, vor allem auch der Schwarzmarkt. Dort können Künstler und Künstlerinnen ihre Kunst verkaufen. Ich habe dort ein wunderbares kleines Büchlein erstanden. Allerdings ist es erst für 18+ geeignet. Es sind nämlich Haikus zu Penisen und die besagten Penise sind auch abgedruckt. Das ganze wurde von Sarah Hiebl gefertigt, die sich im Chat Roulette inspirieren hat lassen. Sie hat auch ganz entzückende Spiele programmiert und gezeichnet. "Mary woke up today" habe ich damals am Radiusfestival gespielt. Außerdem gab es dort noch andere coole Dinge zu sehen. 








Dann ging es weiter zum Ars Electronica und dort haben wir uns die Dauerausstellung kurz angesehen, einen Stop-Motion-Film gedreht, der leider nicht vollständig per Email verschickt wurde und die Sonderausstellung der ESA besucht. Die Bilder von der Erde sind schon immer wieder faszinierend. Außerdem gab es zum Abschluss noch einen Besuch um Deep Space, beim Game Space. Dabei wurden kleine Spiele vorgestellt, die nur mit Hilfe von Sensoren am Boden funktionieren. Dabei muss man herumlaufen und zum Beispiel Fische fressen oder aber geben Space Invaders Kooperativ vorgehen oder eine Art Tetristurm um die Wette bauen. Das ganz hat nach sehr viel Spaß ausgesehen und man bewegt sich dabei wirklich sehr viel. Allerdings kann man sowas zu Hause vermutlich eher nicht umsetzen. Von wegen Platz und Technik. 

Danach war ich allerdings so fertig, dass wir nicht mehr bis zur Klangwolke gewartet haben, sondern den Zug nach Wien genommen haben. Auch jetzt am Abend sind in Linz noch Menschen am Bahnsteig gestanden und haben Sachen verteilt an die Menschen, die sie haben wollen. Der Anblick hat mich sehr gerührt. 

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